Der Salamander mit dem alles begann....
1. Wie der Feuersalamander zu mir kam:
Bei meinem ersten offiziellen Seminar, einer Männer-Schwitzhütte,
schaffte es ein Feuersalamander unbeschadet zu uns in die vollbesetzte Schwitzhütte
zu gelangen, obwohl wir 13 Männer zuvor die Schwitzhütte einen Tag
lang vorbereitet und den schönen, aber regenfeuchten Platz dabei in einen
Schlammplatz verwandelt hatten.
In der Folge begleitete mich ein Bild dieses Salamanders als Bildschirmschoner
und übte magische Anziehungskraft auf mich aus, ohne mir, wie sonst, mit
der Zeit langweilig zu werden.
Durch eine Ausbildung inzwischen mit der Technik der „Traumzeit-Reisen“
vertraut geworden (siehe Seminar „Traumzeit-Reisen“) , traf ich
bei einem mittäglichen Spaziergang im Wald zwei Feuersalamander an:
Der erste davon schien mir schon von fern durch (ein Kobra-ähnliches) Hochrecken
des Kopfes zu „winken“. Im Vertrauen auf meine neu gewonnenen „kommunikativen
Fähigkeiten“ versuchte ich mit den beiden „ins Gespräch“
zu kommen: Doch auf meine Bitte nach „Medizin“, also nach heilsamen
Botschaften, bekam ich von ihnen unentwegt nur jene – für mich damals
völlig unverständliche und unsinnige - „Antwort“ zu „hören“:
„I bin du!“. Als den beiden auch nach längeren Verhandlungen
keine „vernünftigeren“ Botschaften zu entlocken waren, machte
ich mich mit einem Kopf voller Fragezeichen und dem Gefühl, vielleicht
doch ein wenig verrückt zu sein, auf den Heimweg.
Bald wäre die Geschichte in Vergessenheit geraten, da stellte sich die Frage nach einem Logo für meine Seminararbeit. Die erste, spontane Eingebung war – 3x dürfen Sie raten – „Der Feuersalamander“.
Dies wiederum warf die Frage auf: Warum gerade der Feuersalamander? Also begann ich zu suchen und Nachforschungen anzustellen. Ein Prozess der bis heute anhält und wirklich spannend ist... (siehe „Symbolische Bedeutung des Feuersalamanders“, unten)
Doch das war noch nicht alles...
Um ganz sicher zu gehen, besuchte ich einen Vortrag zum Thema „Die Macht
der Marke“. Die mir selbst irgendwie verrückt, aber gleichzeitig
auch genial anmutende Idee, den Feuersalamander zu meinem Logo und Unternehmensnamen
zu machen, wollte ich objektiv überprüfen und – wie ich inzwischen
innigst hoffte - bestätigen lassen. Hier stellte sich allerdings heraus,
dass ich mir nach Erkenntnissen der modernen Wirtschaftsforschung diesen Unfug
besser möglichst schnell aus dem Kopf schlagen sollte...
Ziemlich verunsichert suchte ich nach Alternativen... Nichts, aber auch rein gar nichts war zu finden.
Gleichzeitig rückte der Redaktionsschluss einer österreichischen Männerzeitung, in der ich einen Artikel publizierte, immer näher. Dieser sollte auch Anlass dafür sein, meine neue Homepage-Adresse zu veröffentlichen. Mangels sinnvoller Alternativen, gab ich schlussendlich dennoch „Feuersalamander“ als Unternehmensnamen und Homepage-Adresse an.
Damit war die Entscheidung zwar im Außen
gefallen, jedoch im Innen noch nicht vollzogen.
So machte ich mich mit Unterstützung der MännerWegGemeinschaft, einer
von mir mit-begründeten Männerrunde, auf zu einer Innenwelt-Reise
(eine weitere, höchst spannende Methode, den Blick nach innen zu richten.)
Der Feuersalamander, dem ich auf diese Weise sehr bald begegnete, führte
mich in die mythologische Bedeutung des Salamanders und dessen besondere Qualität(en)
ein. Die Leitsätze „Die Kraft, die aus der Tiefe kommt.“ sowie
„Die Kraft, die in die Tiefe führt.“ sind Ergebnisse dieser
Reise...
Erst jetzt war die Entscheidung für den Feuersalamander als Unternehmensnamen
und -Logo authentisch. Innen und Außen waren kongruent geworden und die
Entscheidung damit eindeutig und endgültig.
Daher reservierte ich die entsprechende Web-Domain und begann gemeinsam mit einem bekannten Graphiker ein Feuersalamander-Logo zu entwickeln.
Etwa zur selben Zeit stellte ich fest, dass, wann
immer ich in die Natur ging, ich innerhalb kürzester Zeit auf Feuersalamander
traf, nicht selten in größerer Anzahl und auch bei trockenem Wetter
(das Salamander eigentlich nicht sehr schätzen), sowie an völlig untypischen
Plätzen. Allmählich fand ich heraus, dass es mir möglich war,
Feuersalamander, wo immer es welche gab, innerhalb von wenigen Minuten intuitiv
aufzuspüren und verbrachte Stunden damit, sie zu fotografieren und zu studieren.
All das gipfelte in dem Erlebnis, ein Feuersalamander-Weibchen bei der Geburt
ihrer Nachkommen in einem Bach zu beobachten.
Seitdem ist mein intensiver innerer Kontakt mit "dem Geist des Feuersalamanders" nicht mehr abgerissen, im Gegenteil: Er vertieft sich Stück um Stück...
Vorläufige Ergebnisse meiner Forschung über die
2. Symbolische Bedeutung des Feuersalamanders:
In den alten Kulturen unserer Ahnen (Kelten, Germanen)
hatte der Feuersalamander die Bedeutung Begleiter der Seelen in die Unterwelt
zu sein. Wahrscheinlich, weil jede kleine Höhle und jedes dunkle Loch in
der Erde als Eingang in die Unterwelt gedeutet wurde und ein Feuersalamander,
wann immer man ihm begegnet, sofort versucht, sich in einem solchen in Sicherheit
zu bringen.
Der Begriff „Unterwelt“ ist hier aber unbedingt als Synonym für
„Seele“, für das „Unbewusste“, die „mythische
Welt“, die „Tiefe“ und vor allem den in unserer Arbeit üblichen
Ausdruck, des „Innen“ zu verstehen. Der Feuersalamander steht so
gesehen für „Einweihung in die Geheimnisse des Unbewussten“,
er führt die dafür offenen Menschen in deren Seele, auf ihre „Heldenreise“
(Joseph Campell, "Der Mythos in Tausend Gestalten"), damit sie Heilung
erfahren und zur persönlichen Reife wachsen, damit sie mit dem Drachen
kämpfen und die dort verborgenen Schätze heben können...
Entwicklungs- bzw. evolutionsgeschichtlich betrachtet,
steht der Salamander zwischen dem Fisch und dem Reptil. Er gehört zu den
Amphibien, also den Lebewesen die den ersten Schritt ans Land wagten, dabei
aber dem Wasser trotzdem immer verbunden blieben. Damit ist er als Verbindungsglied
zwischen dem Unbewussten (Wasser und Dunkelheit stehen mythologisch gesehen
immer für das Unbewusste) und dem Bewussten (Land und Licht stehen für
das Bewusste) zu verstehen. Er ist in beiden Welten zu Hause und kann daher
als Botschafter fungieren, indem er das Bewusstsein ins Unbewusste und das Unbewusste
ins Bewusstsein bringt.
Als Übergangsglied der Evolutionsgeschichte ist
er Ur-Ahn aller an Land, in der Luft und im Wasser lebenden Wirbeltiere und
damit auch Ur-Ahn von uns Menschen!
Als älteste an Land lebende Gattung ist er etwa 350 Mio Jahre alt. Seit
damals haben sich die Salamander nur unwesentlich verändert, weshalb man
sie auch als Träger von Ur-Bewusstsein und entsprechender Weisheit betrachten
kann. In diesem Sinne steht der Salamander genau an der Schwelle der von vielen
Mysthikern beschriebenen Entwicklung von der unbewussten Schöpfung zur
Schöpfung die sich ihrer selbst bewusst wird. - Er ist Schlüsselwesen
im kosmischen Bewusstwerdungsprozess.
Damit nicht genug, repräsentiert er die Dimensionen des Unbewussten und
des Bewussten auch durch seine auffälligen Körperfarben: Schwarz/dunkel
für das Unbewusste, Gelb/hell für das Bewusste.
Vor diesem Hintergrund lässt sich auch verstehen, warum der Salamander
im Volksglauben des Mittelalters als gefährliche
Bestie(!) verurteilt und zu Tausenden verbrannt wurde. Zum einen wollte man
die ihm zugeordnete Eigenschaft, unbeschadet im und sogar vom Feuer leben zu
können, sowie das Feuer löschen zu können, überprüfen
und zum anderen ihn aufgrund seiner Fähigkeit, „ganze Völker
zu vergiften“, vernichten.
Heute weiß man, dass Plätze mit besonders starker Erdstrahlung sowie
andere Phänomene von archaisch-unerklärlicher Kraft entweder durch
christliche Gebäude oder Gebräuche überdeckt - oder aber verteufelt
wurden. Solcherart natürliche Energien waren in das christlich geprägte
Weltbild nicht einzuordnen und wurden deshalb als äußerst gefährlich
angesehen. Aus dem selben Grund wurde wohl auch der Feuersalamander verteufelt.
In weniger hetzerischen Anschauungen wurde der Feuersalamander auch als Elementarwesen
das im Element Feuer wohnt, damit dieses nicht unbelebt und unbehütet
sei, gesehen. Paracelsus meint, dass "sie ihrer Natur nach nicht mit den
Menschen umgehen könnten"(...) und dass sie "nicht Dämonen,
sondern von Gott bestellte Hüter des Elements sein."(Knaurs Lexikon
der Symbole, Bidermann, H. Droemer Knaur, München 1989; S. 370)
Im indianischen Medizinrad, einem uralten, in
verschiedenen Abwandlungen üblichen „Kompass“ der indigenen
Kulturen Amerikas zur Orientierung in der Landschaft der Seele, stehen die Farben
Schwarz für die Himmelsrichtung des Westen und Gelb für die Himmelsrichtung
Osten.
Dem Westen, also der Farbe Schwarz, werden folgende Qualitäten zugeordnet:
Herbst, Element Wasser, Gewitter, Psyche, Pupertät, Krise, Gefühle,
Entwicklung eines sich selbst reflektierenden Bewusstseins und eines Bewusstseins
für das Du, dem Menschen gegenüber, die ""Bereitschaf in
den eigenen Keller zu gehen..."; im negativen Fall auch Depression.
Dem Osten, der Farbe Gelb, wird das Element Feuer, Frühling, Alter, Intuition,
Inspiration, Spiritualität, Geist, Entwicklung eines transpersonalen Bewusstseins,
Erleuchtung etc. zugeordnet.
Auch hier stimmt also die Symbolik der Farben des Feuersalamanders mit den über
ihn überlieferten Qualitäten (Auseinandersetzung mit dem Unbewussten,
Reflexionen über sich selbst, Inspiration) überein.
Der Feuersalamander als Überbringer der Kraft der
Erdmitte:
Eine weitere Deutungsmöglichkeit, die mir besonders gut gefällt, ist,
dass der Feuer-Salamander, wenn er in die Tiefen der Erde (des Unbewussten)
abtaucht, dort in den feurigen Kern der Erdmitte gelangt und diese Feuer-Energie
dann auch an die Oberfläche mitbringt. Ganz bestimmt ;-) trät er deshalb
den Namen FEUER-Salamander. Er führt in die Tiefe, die Mitte, dorthin wo
alle Kraft, Kreativität und Be-Geisterung liegen, holt diese lebens-wichtigen
Kräfte an die Oberfläche, in das Bewusstsein und macht sie zugänglich
für die Menschen.
Zum Gift des Feuersalamanders:
Tatsächlich ist der Feuersalamander relativ giftig. Seine Haut produziert
eine, dem Gift südamerikanisch-tropischer Pfeilgiftfrösche ähnliche
Substanz, die ihn in erster Linie vor Bewuchs durch, in seinem feuchten Lebensmilieu
extremen Druck ausübenden, Schimmelpilze bewahrt. Erst in zweiter Linie
dient dieser Schutz gegen Angriffe von Fressfeinden. Wenn der Feuersalamander
berührt wird, sondert er durch Drüsen entlang der Wirbelsäule
dieses Gift ab, welches an Schleimhäuten sehr unangenehmes Brennen verursacht.
Kinder und kleine Tiere könnten, wenn sie einen Feuersalamander verschlucken
würden, durchaus an dem Gift sterben.
Gerade in neuen Landwirtschaftssystemen, wie zB der Permakultur nach Sepp Holzer,
entdeckt man immer mehr die Wichtigkeit von Gift zur Erhaltung der Gesundheit
eines Systems. ZB Giftpflanzen im Garten. Aber auch die moderne Medizin verwendet
eine Vielzahl natürlicher Gifte für humantherapeutische Zwecke...
Vielleicht kann diese, dem Gift entsprechende, spezifische Feuersalamander-Qualität
daher auch zur Gesundung und Gesund-Erhaltung des Systems MENSCH(-HEIT) einen
wichtigen Beitrag leisten.
Das Feuer ist gemeinhin Symbol für Inspiration, Transformation, Geist, (Gegenwarts-) Bewusstsein, Erleuchtung, Be-Geisterung, Energie, Kraft, u.v.m.
Im deutschen Wörterbuch v. Jacob und Wilhelm Grimm (BD14), 8. Bd., Dt. Taschenbuch-Verlag, München 1984, wird fest gehalten, das "Salamander" ein arabisch-persisches Lehnwort ist und zu "samand" - feuerroth gebildet ist. Weiters findet man hier man ein Zitat alchimistisch-cabbalistischer Anschauungen aus dem 18. Jahrhundert, wo die Salamander als Elementargeister eine große Rolle spielten: "eben das, was du für einen feurigen Mann ansiehst, ist ein Salamander, sag´ ich dir, und einer der schönsten, die den Thron der großen, Radiante umglänzen. (...)"
Insgesamt ist ein großer Widerspruch in den, dem Feuersalamander zugewiesenen, Eigenschaften auffällig: Während er im Volksglauben, und diversen esoterischen Systemen als Feuer-Geist - also feuerfest, die Sonne, Wärme und Trockenheit liebend - beschrieben wird, steht diesen Behauptungen die biologischen Tatsache gegenüber, dass Trockenheit und bereits Temperaturen über 18°C für den Salamander tötlich sind. – Deswegen ist er auch überwiegend nachaktiv und vor allem bei Regenwetter zu finden.

Gerade diese Widersprüchlichkeit dürfte ein Hinweis auf die tiefere
symbolische Bedeutung des Feuersalamanders sein, die meine Lust weiter zu forschen,
beständig nährt und vorantreibt...
(Vielleicht hat auch das tiefere Bedeutung!?)
© Michael Josef Egarter, 2005

